Langsamer lebenFür die Schwangere wird jetzt

Langsamer lebenFür die Schwangere wird jetzt

Langsamer leben

Für die Schwangere wird jetzt alles ein wenig beschwerlich. Der dicke Bauch schränkt ihre Beweglichkeit ein und schreibt ihr ein gemächlicheres Lebenstempo vor. Das Gefühl für seine Ausmaße geht verloren, er ist überall im Weg. Auch der Druck auf die Blase nimmt weiter zu und führt zu häufigerem Harndrang. Die Gebärmutter zieht sich während der gesamten Schwangerschaft immer wieder zusammen, besonders aber in den letzten Wochen vor der Geburt. Dadurch bleibt die Gebärmuttermuskulatur aktiv und elastisch. Diese kurzen, meist schmerzlosen Kontraktionen - auch Übungswehen genannt - gehen mit einer Verhärtung der Gebärmutter einher. Sie sind kein Grund zur Beunruhigung, solange sie nicht mehr als dreimal stündlich oder zehnmal am Tag auftreten und in Ruhestellung oder im warmen Wasser wieder nachlassen.

Die Brust bereitet sich jetzt auf das Stillen vor. Ein Hormoncocktail aus Prolaktin, Östrogen und Progesteron sorgt dafür, dass schon während der Schwangerschaft Vormilch (Kolostrum) produziert wird. Bei einigen Frauen treten schon vor der Geburt gelegentlich Tropfen dieser Vormilch aus den Brustwarzen aus. Die Vormilch ist zwar von der Menge her weniger, dafür aber reichhaltiger an Nährstoffen und leichter verdaulich als die eigentliche Muttermilch und wird von den Milchdrüsen auch noch einige Tage nach der Geburt produziert.

Ruhebedürfnis

Übungswehen, Kurzatmigkeit, Rückenschmerzen und häufigere Kontraktionen der Gebärmutter sind Signale des Körpers, der jetzt mehr Ruhe braucht. Es lohnt sich, abzuwägen, was wirklich dringend zu erledigen ist und was sich verschieben oder an andere delegieren lässt. Auf alle Fälle ist es ratsam, sich ohne schlechtes Gewissen auf das Tempo einzulassen, das der Bauch und das geringere Lungenvolumen vorgeben, und sich auszuruhen und zu entspannen, wann immer es notwendig und möglich ist.

Allmählich wird es schwierig, die richtige Position zum Schlafen zu finden: Auch im Bett sind Bauch und Brust im Weg. Für viele Frauen ist es jetzt am bequemsten, zum Schlafen auf der Seite zu liegen, ein Knie anzuziehen und das andere Bein auszustrecken. Zusammengerollte Kopfkissen, eine Stillrolle oder spezielle Stützkissen können helfen, eine angenehme Schlafposition zu finden und zu unterstützen.

Gedanken an die Geburt

Zuweilen rauben auch Gedanken an die Geburt den Schlaf. Vielleicht macht sich die Schwangere Sorgen wegen der Geburt und der damit verbundenen Schmerzen. Eine intensive gedankliche Auseinandersetzung mit diesem Thema kann solche Ängste verringern. Hilfreich sind etwa Gespräche mit der Hebamme oder der Austausch mit jungen Müttern oder anderen Schwangeren. Vor allem Geburtsvorbereitungskurse, in denen Informationen über den Geburtsvorgang und Tipps zum Umgang mit dem Schmerz vermittelt werden, können Sicherheit geben. Denn auf diese Weise werden unklare Ängste durch konkrete Vorstellungen ersetzt. Die Schwangere lernt, dass sie den Geburtsvorgang nicht passiv erdulden muss, sondern aktiv mitgestalten kann. Beabsichtigt die Schwangere, an einem Geburtsvorbereitungskurs teilzunehmen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür.

Wahl des Geburtsorts

Allmählich wird es für die Schwangere auch Zeit, sich - eventuell gemeinsam mit ihrem Partner - zu überlegen, wo sie ihr Kind zur Welt bringen möchte. Risiken, die gegen eine Hausgeburt sprechen könnten, dürften in diesem Stadium der Schwangerschaft weitgehend bekannt sein. Wer zur Entbindung in eine Klinik oder ein Geburtshaus gehen möchte, kann sich jetzt schon anmelden. Dann ist man dort beispielsweiwse auch für den Fall gerüstet, dass das Kind früher als erwartet kommt. Auch bei einer geplanten Hausgeburt empfiehlt sich eine vorherige Anmeldung in der Klinik, da es auch hier zu Komplikationen kommen kann, die eine intensive medizinische Betreuung erforderlich machen

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