Die letzten Wochen vor der Geburt

Die letzten Wochen vor der Geburt

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Die letzten Wochen vor der Geburt

Der Geburtstermin rückt näher. Das Ungeborene dreht sich im Bauch in die Geburtsposition. Es schafft damit ein paar Beschwerden ab und sorgt für ein paar neue. Die meisten Frauen sind jetzt der Schwangerschaft überdrüssig und erwarten ungeduldig die ersten Wehen.

Ab der 32. Schwangerschaftswoche werden die Vorsorgeuntersuchungen vierzehntägig durchgeführt und ab der 36. Schwangerschaftswoche einmal wöchentlich. Dabei wird vor allem die Lage des Ungeborenen genau überprüft, um festzustellen, ob Komplikationen zu erwarten sind. Auch der Zustand des Muttermundes wird bei jeder Untersuchung kontrolliert. Außerdem wird die Schwangere auf Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung untersucht. Ab dem neunten Schwangerschaftsmonat nimmt die werdende Mutter pro Woche etwa ein Pfund zu. Der Bauchumfang wächst rapide. Kurz vor der Geburt kann er bis zu einen Meter betragen. Wenn der Fötus ins Becken eintritt, wird durch die Absenkung der Gebärmutter das Zwerchfell entlastet und die Schwangere kann wieder leichter atmen. Auch der Magen hat dann wieder mehr Platz. Dafür drückt die Gebärmutter jetzt aber noch mehr auf die Blase und sorgt für noch häufigeren Harndrang.

Kopfüber ins Finale

Für gewöhnlich schiebt sich der Fötus etwa sechs Wochen vor der Geburt mit dem Kopf nach unten in die richtige Geburtsposition. Mit dieser Wendung sinkt er tiefer ins Becken. Die unregelmäßig auftretenden Senkwehen, die mit diesem Prozess einhergehen, werden meist als ein Hartwerden des Bauches und ein Ziehen im Kreuz wahrgenommen.

Das Ungeborene hat nun im Becken weniger Bewegungsfreiheit. Es kann zwar keine Purzelbäume mehr schlagen, aber es macht es sich jetzt schon noch durch Tritte und Stöße bemerkbar. Gelegentlich stößt es auch mit dem Kopf gegen den Beckenboden. Die Schwangere nimmt dann in der Scheide ein Zucken oder Vibrieren wie bei einem leichten Stromstoß wahr.

Auch wenn das Ungeborene noch nicht in der Kopflage liegt, kann es sich grundsätzlich auch noch kurz vor der Geburt in die Kopflage drehen. Nur vier Prozent aller Ungeborenen drehen sich nicht und bleiben bis zur Geburt in der Beckenendlage. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, das Ungeborene doch noch zu einer Drehung zu bewegen. Aber auch bei einer Steißlage ist eine normale Entbindung möglich, wenn es die Platzverhältnisse im Becken zulassen.

Unbequeme Zeiten für Schwangere

Der Bauchumfang und das Gewicht des ungeborenen Kindes können der Schwangeren jetzt verschiedene Unannehmlichkeiten bereiten. Das Zwerchfell und der Magen werden entlastet, dafür nimmt der Druck auf die Blase und auf die Blutgefäße der unteren Extremitäten zu. Die Bänder werden zunehmend gedehnt und geben immer mehr nach: Rückenschmerzen sind die Folge. In den Beinen können sich Wassereinlagerungen und Krampfadern bilden, so dass die Schwangere beim Gehen leicht ermüdet. Es ist daher sinnvoll, die Venen zu entlasten und so oft wie möglich die Beine hochzulegen. Erleichterung verschaffen außerdem Wechselduschen, leichte Bürstenmassagen und gelegentliche Spaziergänge. Auch das Sitzen kann jetzt unangenehm werden, da sich der Kopf des Kindes nach dem Eintritt ins Becken wie ein kleiner Ball zwischen den Schenkeln anfühlt.

Nachts wird es schwierig, eine geeignete Position zum Schlafen zu finden. Auch eine bequeme Stellung beim Geschlechtsverkehr zu finden ist nicht mehr ganz einfach. Allerdings haben viele Schwangere jetzt ohnehin weniger Lust auf Sex, da sie sich wegen ihres wachsenden Leibesumfangs meist unwohl und unbeweglich fühlen. Partnermassagen können dann eine sinnvolle Alternative sein und zu größerem Wohlbefinden beitragen.

Ungeduldige Erwartung der Geburt

Angesichts der vielfältigen Beschwerden in den letzten Schwangerschaftswochen ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Schwangeren die Geburt ungeduldig herbeisehnen. Depressive Verstimmungen sind in diesem Stadium der Schwangerschaft keine Seltenheit. Häufig stellen sich auch Ängste vor der bevorstehenden Geburt oder vor dem Leben mit dem Kind ein. Die Stimmung ist oftmals von innerer Unruhe geprägt, besonders kurz vor Einsetzen der Wehen. Hinzu kommt, dass die Schwangere meist aufgrund des unbequemen Bauchs und häufigen Harndrangs nachts kaum noch ruhig schlafen kann. Folglich hat sie den ganzen Tag über mit Müdigkeit zu kämpfen. Da hilft nur, sich nach Möglichkeit viel Ruhe zu gönnen, körperliche Belastungen so weit wie möglich zu reduzieren und öfter einmal die Beine hochzulegen.

Letzte Vorbereitungen

Die verbleibende Zeit bis zur Geburt kann genutzt werden, um die letzten Vorbereitungen für die Geburt und das Wochenbett zu treffen: Berufstätige Frauen haben im Betrieb vielleicht noch einiges zu regeln, ehe der Mutterschutz beginnt. Das Mutterschaftsgeld kann schon vor Beginn der Mutterschutzfrist beantragt werden. Werdende Mütter und Väter, die schon Kinder haben, organisieren am besten schon jetzt deren Versorgung und Betreuung für die erste Zeit nach der Geburt. Möchte die Schwangere in der Klinik oder in einem Geburtshaus entbinden, ist es sinnvoll, sich dort rechtzeitig anzumelden. Es kann außerdem eine Menge Hektik ersparen, wenn der Klinikkoffer schon einige Tage vor dem errechneten Geburtstermin fertig gepackt und die Erstausstattung für das Baby vollständig ist.

Die ersten Wehen

Häufig sind Schwangere in den letzten Tagen vor der Geburt verunsichert, wenn sie Gebärmutterkontraktionen spüren: Handelt es sich um Übungswehen? Oder kündigt sich die Geburt schon an? Übungswehen, auch Braxton-Hicks-Kontraktionen genannt, treten in unregelmäßigen Abständen auf, dauern nur kurz an und sind meist schmerzlos. Die Schwangere kann aber auch einen kleinen Test durchführen, indem sie ein warmes Bad nimmt: Echte Wehen verstärken sich im warmen Wasser, Übungswehen lassen nach kurzer Zeit nach.

Die Wehen, die die Geburt einleiten, dauern in der Anfangsphase etwa 30 bis 60 Sekunden an und treten in Intervallen von fünf bis 20 Minuten auf. In der aktiven Phase werden die Wehen länger und die Pausen dazwischen kürzer. Die Wehen sind dann schmerzhaft und mit einem Ziehen im Rücken und im Unterleib verbunden. Dennoch kann es dann noch bis zu vierzehn Stunden dauern, bis die Geburt beginnt.

Ein weiteres Anzeichen für den baldigen Geburtsbeginn ist der Abgang des Schleimpfropfs, der die Gebärmutter während der Schwangerschaft verschließt. Man nennt diesen Vorgang auch "Zeichnen". Wenn die Fruchtblase platzt und Fruchtwasser abgeht, ist es an der Zeit sich hinzulegen und die Ärztin, den Arzt oder die Hebamme zu verständigen.

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