Möglichkeiten der Unterstützung

Möglichkeiten der Unterstützung

Jedes siebte bis achte Paar benötigt ärztliche Hilfe bei der Erfüllung des Kinderwunsches, jedes achtzigste Kind in Deutschland wird per IVF gezeugt. Je nach Ursache der Unfruchtbarkeit gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie wir Ihnen helfen können. IVF, MESA, ICSI - hier wird ersichtlich, wie viele Abkürzungen und Schlagwörter für die Behandlungen existieren. Der folgende Abschnitt soll Ihnen dabei helfen die Unterschiede und Vorgehensweisen der Behandlungen zu verstehen. Hier wird beschrieben, wann welche Hilfe angewandt werden kann.

Lernen Sie, welche möglichen körperlichen Hindernisse auftreten können

Je nach Ursache der Fruchtbarkeitsstörungen gibt es verschiedene Ansätze, wie diese behoben werden können:

Wie Sie im Verlauf sehen können, spielen viele Faktoren bei den verschiedenen Schritten eine wichtige Rolle. Deswegen ist eine sehr enge interdisziplinäre Zusammenarbeit wichtig. Das bedeutet, dass andere Abteilungen, beispielsweise die Urologie, in eine Behandlung mit einbezogen werden können. So wird jede Behandlung/ Untersuchung von einem spezialisierten Arzt vorgenommen.

Zyklusoptimierung, Zyklusbeobachtung und hormonelle Stimulation

Eine nicht besonders invasive und deswegen zu Beginn stehende Methode ist der Verkehr zum Optimum (VZO), bei der der Geschlechtsverkehr zum optimalen Zeitpunkt stattfinden soll. Hierbei wird der Zyklus mittels Ultraschall- und Hormonkontrollen "überwacht". Dann ermitteln wir den optimalen Zeitpunkt, zu dem der Geschlechtsverkehr stattfinden sollte. Zur Zyklusbeobachtung gehört in jedem Falle ein Hormonprofil in der ersten Zyklushälfte vor dem Eisprung.

Zunächst wird der VZO in einem Spontanzyklus versucht, wenn die Schwangerschaft nicht zustande kommt in einem stimulierten Zyklus. Hierunter versteht man den Einsatz von Hormonen in Form von Tabletten oder Spritzen, die benötigt werden, um den Ablauf des Zyklus zu harmonisieren. Dies ist erforderlich, damit ein befruchtungsfähiges Ei heranwächst. Der Zyklus wird mit Hormonen stimuliert und der Moment des Eisprungs eingeleitet (Ovulationsinduktion).

Die verabreichten Hormone sind nebenwirkungsarm, insbesondere kommt es normalerweise nicht zur Veränderung des normalen Zyklus nach Absetzen der Hormone.

Hormonelle Therapien

Auf Unregelmäßigkeiten der Hormonspiegel reagiert der Zyklus empfindlich. Bei den verschiedenen Therapien wird je nach Ursache der Fruchtbarkeitsstörung der Hormonspiegel so gesteuert, dass eine Schwangerschaft zustande kommen kann.


Therapie erhöhter Prolaktinwerte

Prolaktin ist ein Hormon, welches vor allem während der Schwangerschaft vom Körper produziert wird. Außerhalb der Schwangerschaft beeinträchtigt es die Eizellreifung und bedarf einer medikamentösen Therapie.


Therapie erhöhter Werte für männliche Hormone

Männliche Hormone werden auch im weiblichen Organismus gebildet. Sind die Werte der männlichen Hormone im weiblichen Organismus erhöht können sie zu Zyklusstörungen führen. Um diese Zyklusstörungen aufzuheben, sollte eine medikamentöse Therapie stattfinden.


Therapie bei bekanntem PCO Syndrom

Das PCO Syndrom beschreibt eine zystische Veränderung der Eierstöcke. Bei Patientinnen mit Kinderwunsch findet sich diese Veränderung in ca. 20% der Fälle. Häufig treten dann auch erhöhte männliche Hormone und Zyklusstörungen auf.

Des Weiteren können auch Zuckerstoffwechselstörungen bestehen. In vielen Fällen können Hormone dann bei der Eizellreifung helfen.

Das Inseminationsverfahren
Beim Inseminationsverfahren werden zum optimalen Zeitpunkt für die Befruchtung Spermien auf dem natürlichen Wege abgegeben. Anschließend werden die gut beweglichen, form- und funktionsintakten Spermien von den anderen Spermien getrennt. Die beweglichen Spermien werden noch am gleichen Tag mittels eines dünnen Katheters auf dem gynäkologischen Stuhl in die Gebärmutter eingebracht. Dieser Vorgang ist in den häufigsten Fällen schmerzfrei möglich und ist in etwa vergleichbar mit einer Abstrichentnahme im Rahmen der Krebsvorsorge. Die Therapie kann entweder im natürlichen, oder bei Bedarf auch im sogenannten stimulierten Zyklus vorgenommen werden.

Das IVF-Verfahren

Was bedeutet IVF und wie läuft eine IVF ab?

IVF ist die Abkürzung für In-Vitro-Fertilisation. Dies bedeutet, dass die Befruchtung außerhalb des Körpers stattfindet, nicht wie gewöhnlich innerhalb.

Zunächst werden der Frau Eibläschen mit einer Punktion entnommen. Die Entnahme mehrerer Eibläschen ist möglich, wenn Stimulationsprotokolle angewendet werden.

Die auf natürlichem Weg gewonnenen Spermien des Mannes werden in speziellen Verfahren konzentriert und gereinigt. Noch am selben Tag werden die Eibläschen mit den Spermien in einem Kulturmedium zusammengeführt und für 2-3 Tage im Brutschrank aufbewahrt. Die Spermien befruchten die Eizellen daher wie bei einer natürlichen Befruchtung, indem sie selbsttätig in die Eizellen eindringen. Die Befruchtung gelingt in ca. 50% - 60% der Fälle. Nach zwei bis drei Tagen wird mikroskopisch überprüft, ob eine Befruchtung stattgefunden hat. Daraufhin können die befruchteten Eizellen mit einem dünnen Katheter über die Scheide in die Gebärmutter zurückgesetzt werden.

Wie viele befruchtete Eizellen dürfen wieder eingesetzt werden?

Die Anzahl an befruchteten Eizellen, die in die Gebärmutter eingesetzt werden dürfen ist in Deutschland auf drei begrenzt. Damit sollen die Risiken, die eine Mehrlingsschwangerschaft birgt, vermieden werden. Abgesehen von Ausnahmen empfehlen wir deshalb, nur zwei Embryonen zu transferieren. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft ist bei dem Transfer von drei befruchteten Eizellen nur sehr geringfügig erhöht.

Der Ablauf im Überblick:

Einen Überblick über alle Verfahren finden Sie unter

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Stimulationsprotokolle: Was wird bei einem Stimulationsprotokoll stimuliert?

Bei einem Stimulationsprotokoll wird die Reifung mehrerer Eizellen ?stimuliert?. Dadurch können mehrere Eizellen in einem Zyklus heranreifen. Diese Stimulation erfolgt mit künstlichen Hormonen, die den körpereigenen nachempfunden sind. Mehrere Eizellen können sich entwickeln, da die künstlichen Hormone wesentlich höher dosiert sind. Bei einem Stimulationsprotokoll muss der körpereigene Zyklus gestoppt werden zugunsten des kontrollierten Zyklus.

Wieso werden Stimulationsprotokolle verwendet?

Stimulationsprotokolle werden verwendet, damit mehrere Eizellen in einem Zyklus heranreifen. Dies hat den Vorteil, dass mehrere Eizellen befruchtet werden können und in die Gebärmutter übertragen werden. Die übrigen Eizellen können kryokonserviert werden. So muss man bei einem erneuten Versuch nicht noch einmal die Eizelle mit einer Punktion entnehmen.

Überwachung und Punktion

Der Zyklus wird mittels Ultraschall und Hormonbestimmungen aus dem Blut überwacht. Bei einer Eibläschengröße von 20 mm erfolgt die Punktion der Eibläschen.

Bei der Punktion werden die Eibläschen mittels einer Nadel über die Scheide entnommen. In den meisten Fällen reichen Schmerz- und Beruhigungsmittel, so dass keine Narkose notwendig ist. Ansonsten besteht die Möglichkeit einer kurzen Vollnarkose. Der Eingriff wird ambulant vorgenommen.

Wann wird das IVF Verfahren eingesetzt?

Vor allem bei einem Verschluss der Eileiter, einem schlechtem Spermiogramm oder bei Versagen anderer weniger aufwendiger Therapien (s.o.)

Gewinnung der Spermien auf natürlichem Weg

Die vier Buchstaben ICSI stehen für Intra Cytoplasmatische Spermien Injektion. Zuerst erfolgt unter dem Mikroskop eine Auswahl eines gut beweglichen und normal geformten Spermiums. Im Gegensatz zur IVF befruchtet ein Spermium beim ICSI eine Eizelle nicht auf natürlichem Weg, sondern wird mit einer sehr feinen Nadel direkt in die Eizelle eingebracht (injiziert).

Dieses Verfahren wird vor allem bei sehr schlechten Spermiogrammen und bei Ausbleiben der Befruchtung in der IVF vorgenommen. Stimulation und Eizellgewinnung verlaufen identisch zur IVF-Therapie .Kommt es zu einer Befruchtung, werden die befruchteten Eizellen 2-3 Tage nach Befruchtung in die Gebärmutter zurückgesetzt.

ICSI mit direkt aus dem Hoden oder dem Nebenhoden gewonnenen Spermien:

Wenn sich keine Spermien im Ejakulat finden lassen, wird ein sehr kleines Stück Hodengewebe in Allgemeinnarkose oder örtlicher Betäubung entnommen (TESE). Es besteht aber auch die Möglichkeit der Spermienentnahme aus dem Nebenhoden (MESA). Der weitere Verlauf ist identisch zur ICSI. Hier ist die schon erwähnte Zusammenarbeit mit der Urologie besonders wichtig

Die Kryokonservierung

Mit Hilfe der Kryokonservierung können Spermien oder Eizellen für lange Zeit aufbewahrt werden. Dabei werden die Zellen mittels flüssigem Stickstoff schnell abgekühlt (Kryo = gr. Kalt) und aufbewahrt (konserviert). Das bedeutet, dass die Zellen geschützt sind und für spätere Behandlungen verwendet werden können. Durch die Kryokonservierung können alle gewonnenen Eizellen prinzipiell verwendet werden, bei einem erneuten Versuch müssen nicht erneut Eizellen entnommen werden.

Kryokonservierung von befruch-
teten Eizellen

Die Kryokonservierung befruchteter Eizellen ist grundsätzlich zu empfehlen. Hierbei handelt es sich um das Einfrieren von befruchteten Eizellen bei sehr niedrigen Temperaturen in Flüssigstickstoff. Bei einem IVF oder ICSI-Zyklus dürfen maximal 3 befruchtete Eizellen in die Gebärmutter zurückgesetzt werden. Der Rest der Eizellen wird entweder verworfen oder kryokonserviert, hierüber entscheidet das behandelte Paar. Ein großer Vorteil der Methode ist, dass Sie sich eine nächste hormonelle Stimulationstherapie sowie auch die zur Eizellgewinnung notwendige Punktion ersparen. Nachteile sind die niedrigere Schwangerschaftsrate sowie der Umstand, dass Krankenkassen diese Maßnahme nicht unterstützen.

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Kryokonservierung von Spermien
Vor Durchführung einer Therapie, bei der mit einem Versiegen der Hodenfunktion zu rechnen ist, wie z.B. nach Chemotherapien im Rahmen einer Tumorbehandlung können Spermien kryokonserviert werden. Die eingefrorenen Spermien können dann für verschiedene Verfahren der künstlichen Befruchtung verwendet werden.

Insemination, IVF und ICSI im Überblick:

Insemination

Abgabe der Spermien auf natürlichem Weg Isolierung der mobilen Spermien Einbringen der mobilen Spermien in die Gebärmutter Einnistung des Embryos

IVF

Abgabe der Spermien auf natürlichem Weg Stimulation des weiblichen Zyklus und Entnahme der Eizellen Natürliche Befruchtung durch die Spermien und Einbringen der Embryos in die Gebärmutter Einnistung des Embryos

ICSI

Abgabe der Spermien auf natürlichem Weg Stimulation des weiblichen Zyklus und Entnahme der Eizellen Einsetzen der Spermien in die Eizellen. Transfer der Embryos in die Gebärmutter Einnistung des Embryos
Entnahme der Spermien aus Hoden-gewebe Stimulation des weiblichen Zyklus und Entnahme der Eizellen Einsetzen der Spermien in die Eizellen. Transfer der Embryos in die Gebärmutter

Einnistung des Embryos

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